Psychoneuroimmunologie

Die Psy­cho­neu­roim­mu­no­logie (PNI) oder Psy­choim­mu­no­logie ist ein in­ter­dis­zi­pli­näres For­schungs­ge­biet, das sich mit der Wech­sel­wir­kung des Ner­ven­sys­tems, des Hor­mon­sys­tems und des Im­mun­sys­tems be­schäf­tigt. Eine Grund­lage ist die Er­kenntnis, dass Bo­ten­stoffe des Ner­ven­sys­tems auf das Im­mun­system und Bo­ten­stoffe des Im­mun­sys­tems auf das Ner­ven­system wirken. Schnitt­stellen der Re­gel­kreise sind das Ge­hirn mit der Hir­nan­hang­drüse, die Ne­ben­nieren und die Im­mun­zellen. Bei­spiels­weise be­sitzen Neu­ro­pep­tide die Ei­gen­schaft, an Im­mun­zellen an­zu­do­cken und z. B. die Ge­schwin­dig­keit als auch Be­we­gungs­rich­tung von Ma­kro­phagen zu be­ein­flussen.

hypnose-historischDurch diese Grund­lage werden Er­klä­rungen mög­lich, warum psy­cho­lo­gi­sche und psy­cho­the­ra­peu­ti­sche Pro­zesse sich nach­weisbar auf kör­per­liche Funk­tionen aus­wirken (Psy­cho­so­matik). Im Mit­tel­punkt steht die Wir­kung der Psyche auf das Im­mun­system, z. B. warum Stress Im­mun­fak­toren ne­gativ be­ein­flussen kann. Nach­ge­wiesen ist das Ab­sinken der Kon­zen­tra­tion von se­kre­to­ri­schem Im­munglo­bulin A im Spei­chel und die ver­mehrte Aus­schüt­tung von Glu­ko­kor­ti­ko­iden (wirken als Im­mun­sup­pres­siva) bei chro­ni­schem Stress. Kor­ti­kos­te­roide hemmen die Zy­tokin-Pro­duk­tion, min­dern die Re­ak­ti­vität von T- und B-Lym­pho­zyten und die Ak­ti­vität der na­tür­li­chen Kil­ler­zellen.

Durch die ver­schlech­terten Im­mun­fak­toren steigt die In­fek­ti­ons­häu­fig­keit und es kann die Ent­ste­hung bzw. Ver­schlech­te­rung von Krank­heiten be­güns­tigt werden. Dies wird als „Open-Window-Phä­nomen“ be­zeichnet, d. h. ein ge­schwächtes Im­mun­system kann Krank­heits­er­reger nicht mehr aus­rei­chend be­sei­tigen.

An­dere ver­mu­tete Zu­sam­men­hänge zwi­schen Psyche und Im­mun­system sind:

(Quelle: Wi­ki­pedia)