Publikationen (Auswahl)
Willensforschung
Ludwig, V.U., Stelzel, C., Krutiak, H., Prunkl, C.E., Steimke, R., Paschke, L.M., Kathmann, N., Walter, H.
Impulsivity, self-control, and hypnotic suggestibility.
Abstract (Consciousness and Cognition Volume 22, Issue 2, June 2013, Pages 637–653)
Hypnotic responding might be due to attenuated frontal lobe functioning after the hypnotic induction. Little is known about whether personality traits linked with frontal functioning are associated with responsiveness to hypnotic suggestions. We assessed whether hypnotic suggestibility is related to the traits of self-control and impulsivity in 154 participants who completed the Brief Self-Control Scale, the Self-Regulation Scale, the Barratt Impulsiveness Scale (BIS-11), and the Harvard Group Scale of Hypnotic Susceptibility (HGSHS:A). BIS-11 non-planning impulsivity correlated positively with HGSHS:A (Bonferroni-corrected). Furthermore, in the best model emerging from a stepwise multiple regression, both non-planning impulsivity and self-control positively predicted hypnotic suggestibility, and there was an interaction of BIS-11 motor impulsivity with gender. For men only, motor impulsivity tended to predict hypnotic suggestibility. Hypnotic suggestibility is associated with personality traits linked with frontal functioning, and hypnotic responding in men and women might differ.
Hier kann man die gesamte Studie einsehen:
http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1053810013000445
Immunerkrankungen
Immunerkrankungen
(Revenstorf/Peter (Hrsgb.) , Hypnose in Psychotherapie, Psychosomatik und Medizin, Heidelberg 2009)
Theoretischer Hintergrund und empirische Befunde
Störungen des Immunsystems stellen zum einen eine eigene Gruppe von Erkrankungen dar und sind zugleich auch ursächlich an einer Vielzahl von anderen somatischen Störungen beteiligt. Deshalb sind psychotherapeutische Optionen der immunologischen Modifikation in der Psychosomatik von zentraler Bedeutung. Und gerade hypnotherapeutische Ansätze sind hierbei von hoher klinischer Relevanz, weil sie auf verschiedene Weise wichtigen Erkenntnissen der Psychoneuroimmunologie Rechnung tragen.
Aus in der Praxis gewonnenen Erfahrungen möchte ich eine funktionale Gliederung von Immunstörungen vorschlagen, welche zugleich eine systematische Darstellung hypnotherapeutischer Interventionen erlaubt. Demzufolge lassen sich Immunerkrankungen in vier Gruppen einteilen (nach Melnechuk 1980 in Borysenko 1987) (s. Abb. 1). Eigentlich kann man sich das IS wie ein Orchester vorstellen: die Schönheit der Musik entsteht im Konzert durch das harmonische Zusammenspiel der verschiedenen Instrumente. So arbeitet auch das IS: die gelungene Funktion entsteht durch ein komplexes Zusammenspiel der verschiedenen Immunzellen, welche durch Zytokine und andere Faktoren miteinander kommunizieren. Die meisten pharmakologischen Strategien zur Immunmodulation mit Zytokinen gleichen daher dem einfachen Lauterwerden eines Instrumentes: dies führt nicht notwendigerweise zu höherem Hörgenuss.
Perversion, Psychose und Trance
Perversion, Psychose und Trance
Nr. 2 / 2003
S. lässt sich mit schuldbewusstem und zugleich laszivem Augenaufschlag in den Relaxsessel in meiner Praxis sinken. "Ich war tatsächlich am Weg zu Ihnen, und als ich aus dem Auto aussteige, sehe ich diesen Typen … groß, dunkel, mit zusammen gewachsenen Augenbrauen …". Ich kann sehen, wie alleine die Erinnerung sie erregt. "Da konnte ich nicht anders …". Sie schweigt verlegen. Ich kann wahrnehmen, wie mein Ärger über die geplatzte Stunde einer gewissen Verwunderung weicht. Nun bin ich also auch Opfer jener Obsession geworden, weswegen mich S. aufsuchte: Tatsächlich kann sie an keinem Araber oder Türken vorbeilaufen, wenn er Interesse signalisiert, sondern provoziert, dass sie angesprochen wird und gibt sich ihm dann "zügellos" (ihre Worte) hin; und da S. eine außergewöhnlich attraktive Frau Anfang vierzig ist, zeigt fast jeder heterosexuelle Mann Gefallen an ihr. Sie können sich also vorstellen, dass S. nicht zu allzu viel in ihrem Leben kommt. Glücklicherweise ist sie mit einem älteren Homosexuellen verheiratet, der aufgrund seiner beruflichen und sozialen Stellung neben seinem Lebenspartner eine Alibi-Ehefrau braucht und nun durch eine großzügige Apanage ihr ein schönes Leben ermöglicht.
NLP und die moderne Hirnforschung
NLP und die moderne Hirnforschung
Heft 96 / März 2006
Dass das NLP alles andere als Hokuspokus ist, belegt die moderne Hirnforschung. So verblüffend wie wahr: Etliche Wirksamkeits-Voraussetzungen, von denen das NLP bislang stillschweigend ausgegangen ist, sind inzwischen wissenschaftlich bewiesen. Über die neurobiologischen Hintergründe von Modellen wie dem Ankern und Reframing sowie Formaten wie dem New Behaviour Generator.
Die nackte Wahrheit: NLP & Sexualtherapie
Die nackte Wahrheit: NLP & Sexualtherapie
Heft Nr.: 5 / Oktober 2007
Begonnen hat alles vor vier Jahren. Da setzen in N.'s rechtem Hoden starke Schmerzen ein, auf der Schmerzskala ordnete er die Missempfindung mit der Intensität 6-7 ein. Der hinzugezogene Hausarzt verordnet ein unspezifisches Antibiotikum, welches kaum eine Verbesserung bewirkt (Schmerzskala 5-6). Der Urologe, der nun Heilung bringen soll, schmeißt vergeblich die große Untersuchungsmaschinerie an und verschreibt schließlich ohne positiven Erregernachweis ein hochpotentes Antibiotikum, welches N. zumindest einen dreiwöchigen wässrigen Durchfall beschert. Die Schmerzen bleiben bei 5-6. N. ist berechtigterweise verzweifelt, entschließt sich aber fürs erste etwas zu tun, was manchmal das Beste ist: nichts. Die Schmerzen lassen dann nach einer Weile von selbst nach, treten nur noch gelegentlich auf.
Kaum dass die Schmerzen begannen, besser zu werden, trat ein neues Symptom auf: N. beobachtet, wie kurz nach Einsetzen der Erektion eine große Menge Sekret aus seiner Harnröhre zu laufen beginnt, danach verschwindet die Erektion und die sexuelle Begegnung mit seiner Frau, die er seit zehn Jahren kennt, wird abgebrochen. Frustriert von den vorangegangenen Arztbesuchen und noch den Schrecken vom schweren Durchfall im Nacken, beschließt er mit seiner Frau, "dem Problem mit Hypnose auf den Grund zu gehen".
Entwicklung, Evolution & Logische Ebenen
Entwicklung, Evolution & Logische Ebenen
Nr. ? / 200??
Der Anfang eines Artikels fällt mir meist am schwersten: was genau möchte ich dem Leser als erstes präsentieren? Womit möchte ich seine Aufmerksamkeit erregen? Wie genau und worauf möchte ich ihn neugierig machen? Das erinnert mich daran, wie ich neulich bei meiner Schwester in Wien meine kleine Nichte beobachte: die süße Maus ist gerade ein paar Monate alt und krabbelt munter durch die Gegend, begrabscht alles, was ihr in die Finger kommt und steckt alles in den Mund, was irgendwie reinpasst. Mit welcher Begeisterung sie die großen Bauklötze anhebt und von allen Seiten betrachtet! Wenn das nicht Neugier ist! Und wie schnell kommt das Schreien, wenn irgendetwas Ungewohntes in ihrer sonst vertrauter werdenden Umgebung auftaucht. Da ist auch der fremde Onkel ein Grund, das Zäpfchen tief hinten im Schlund demonstrativ zittern zu lassen…
Zuhause im fetischistischen Raum
Zuhause im fetischistischen Raum
Nr.: 21 / August 2006
Neulich finde ich mich auf einer ganz geselligen Geburtstagsparty wieder. Der Abend vergeht, irgendwann schlägt Hendrik vor, doch noch in den Kitkatclub zu gehen. Begeistert wird sein Vorschlag aufgenommen. Als wir schließlich zu sechst vor den Pforten ebendieses Fetischclubs aufschlagen, bringt meine zu Hemd getragene Cordhose das Projekt zum Platzen. Solidarisch begleiten mich alle fünf in einen anderen Club der Wahl.
Meine Neugier ist geweckt. Läden wie der Kitkatclub in Berlin und vergleichbares in anderen Regionen schlägt sozialwissenschaftlich gesehen die Lücke zwischen homo- und heterosexueller Partygemeinde. Nicht mehr die sexuelle Orientierung, das sich Bekennen zu einem bestimmten Lifestyle und das Interesse an Fetischen einigt. Ich komme nicht umhin mich zu fragen: warum darf eigentlich eine Cordhose kein Fetisch sein in den Augen dieser Gemeinde? Der Fetisch mutet gar engstirnig an in diesem Zusammenhang.